Vom Werden der Welt

Seite erstellt am Sonntag, den 13. Januar 2008.

Wir wurden wieder und wieder gefragt, wo denn der Name Niflheim herstamme. So sei hier ein kurzer Auszug aus den nordischen Göttersagen, nämlich vom Werden der Welt, vorgestellt.

Es war eine Zeit, da nichts war. Nicht war Sand noch See noch Salzwogen, nicht Erde unten noch Himmel oben. Im Süden aber lag das Land Muspelheim, das Land des Feuers und der Glut, und im Norden Niflheim, das Land des Nebels und der Kälte und dazwischen die grundlos gähnende Kluft Ginungagap, deren Platz jetzt unsere Erde einnimmt.

In der Mitte Niflheims lag der Quell Hvergelmir, aus dem zwölf Ströme entsprangen, Elivgar genannt, die sich in die gähnende Kluft Ginungagap ergossen und dort zu Eis erstarrten. Doch Funken aus Muspelheim tauten das Eis und Wasser troff hernieder und aus den Tropfen erwuchs ein gewaltiger Thurse mit Namen Ymir.

Aus den Tropfen erwuchs aber auch eine Kuh, Audhumla genannt, deren Milch Ymir trank, so es nichts anderes gab, was seinen Hunger stillen konnte. Satt getrunken und müde sank Ymir in tiefen Schlaf und gebar einen Mann und ein Weib, denen das Geschlecht der Reifriesen entstammt.

Audhumla aber, die kein Gras fand, leckte am salzigen Eis und setzte frei einen Mann, Bur genannt, der so viel freundlicher anzuschauen war, als der Riese Ymir. So Ihre Wesen ganz verschieden waren, trennte sie dies und machte sie zu Feinden.

Bur wurde der Stammvater der Götter und der Menschen Geschlecht. Odin, Villi und Ve, Burs Enkel, erschlugen einstens dann den Thursen Ymir im Kampf und warfen seinen Leib in den Abgrund Ginungagap und schufen aus ihm unsere Welt.

Quellen

  1. Karl Simrock: Die Edda (1878)
  2. Edmund Mudrak: Die Sagen der Germanen (1961).