Niflheim

Sonntag, 24. Juli 2011

In der germanischen Mythologie ist Niflheim das im Norden gelegene, von ewiger Nacht bedeckte Land grimmer Kälte.1

Wie das im Süden gelegene Muspelheim, das Land des Feuers, ist Niflheim ein Pol des alten Chaos, lange vor der Erde Schöpfung entstanden. Getrennt werden beide Länder durch Ginnûngagap, die Kluft der Klüfte.2

In der Mitte Niflheims liegt der Quell Hvergelmir, aus dem zwölf Flüsse entspringen, Elivâgar genannt. Weit von ihrer Quelle ergossen sich die Flüsse nach Ginnûngagap und erstarrten dort zu Eis. Dieses Eis, geschmolzen durch Funken aus Muspelheim bedang das Werden der Welt.3

Eine Wurzel der Weltenesche Yggdrasil reicht nach Niflheim zum Quell Hvergelmir. Die Schlange Nidhöggr haust dort und nagt an der Wurzel Yggdrasils.4

Etymologie

Niflheim, aus altnordisch niflheimr, eine Zusammensetzung aus nifl (Nebel) und heimr (Heim, Wohnung),5 also »Nebelheim«

Fußnoten

  1. Jacob Grimm, Deutsche Mythologie, Kapitel XIX, Wiesbaden 1835.
  2. Jacob Grimm, Kapitel XIX, a.a.O. und auch Karl Simrock, Die Edda, Gylfaginnîng 4 und 5 (Jüngere Edda), Stuttgart 1878.
  3. Jacob Grimm, Kapitel XIX, a.a.O. und Karl Simrock, Gylfaginnîng 5 (Jüngere Edda), a.a.O..
  4. Jacob Grimm, Kapitel XXV, a.a.O. und Karl Simrock, Gylfaginnîng 15 (Jüngere Edda), a.a.O..
  5. Duden, Deutsches Universalwörterbuch, Begriff »Niflheim«, Mannheim 1996