Die Suche nach Neros Harfe
Seite erstellt am Freitag, den 5. Juni 1998.
Als Einstimmung, aber auch um aufzuzeigen, wie ein Spiel sich entwickelt, sei hier eine kurze Mitschrift aus dem niemals fertiggestellten und inzwischen so nicht mehr vorliegenden Abenteuer »Auf der Suche nach Neros Harfe« angegeben. Die Befehle des Spielers stehen nach dem »>«, alle anderen Texte sind die Antworten hierauf. Die verwandte Rechtschreibung entspricht der vor der Reform, die Anrede erfolgt höflich in der dritten Person.
>sieh dich um
Kerker (In dem Haufen Heu und Stroh)
Der Kerker wirkt recht erdrückend, mit seinen Mauern aus grauem, grobem Stein,
auf denen der Staub von Jahrhunderten liegt, und der schweren Tür aus dunklem
Eichenholz. Doch fällt durch ein kleines vergittertes Fenster in der Südwand
das erste Licht der morgendlichen Sonne auf den Haufen Heu und Stroh der Euch
als Bette diente, den Raum mit freundlichem, goldenem Lichte füllend.
In einer Ecke der Zelle döst der römische Kaiser Nero.
>untersuche die Tür
Eher schwarz als braun, mit massiven Beschlägen aus Eisen und einem rostigen,
allzu lange nicht mehr benutzten Schloß, erweckt die schwere, alte
Eichenholztür einen wehrhaften, verschlossenen Eindruck.
>öffne die Tür
Sie ist abgeschlossen.
>untersuche das Schloß
Kein Riegel verwehrt den Ausgang, nur ein Schloß. Es ist zwar alt und rostig,
und sicher klemmt es auch, doch mit dem rechten Schlüssel wird es auch von
innen zu öffnen sein.
>betrachte das Stroh
Heu und Stroh sind frisch und trocken, nicht etwa modrig und faul.
>rieche am Heu
Es riecht frisch und belebend.
>wühle im Stroh
Als Ihr im Stroh wühlt, fühlt Ihr einen Stich in Eurer linken Hand, wie von
einer Nadel; doch als Ihr genau hinseht, findet Ihr nichts.
>wühle im Stroh
Auch dieses Mal fühlt Ihr den Stich in Eurer Hand; und siehe!, Ihr findet eine
Nadel.
>untersuche die Nadel
Eine handbreitlange, silberne Nadel.
>betrachte Nero
Gewandet in eine weiße Toga mit purpurnem Streifen, auf dem Kopf einen
Lorberkranz, die Füße in Sandalen; er sieht genau so aus, wie man es erwartet.
Er schlummert friedlich in seiner Ecke.
>stich Nero mit der Nadel in den Hintern
(wohin auch sonst)
Nero hat einen gesegneten Schlaf; außerdem ist er Bösartigkeiten gegenüber
abgehärtet. Seinen Lippen entrinnt nur ein kurzes »Au!«, dann dreht er sich
von der einen Seite auf die andere.
>wecke Nero
Wohlig räkelt und streckt sich Nero, nachdem Ihr ihn wachrütteltet, doch als
er die Augen öffnet blicken Euch Trauer und Wut engegen. »Warum weckt Ihr
mich? Damit die Trauer mein Herz zereißt? Geht weg! Ich will Euch nicht mehr
sehen!«
Völlig der Welt entrückt, beginnt Nero in der Zelle umherzuwandern.
In der östlichen Wand, bisdar verborgen vom davor dösenden Nero, erspäht Ihr
ein faustgroßes Loch.
>frage Nero nach dem Kerker
»Was wollt Ihr von mir? Seht Ihr nicht meine Tränen, die Tränen eines
Gottes?«
>sieh ins Loch
In dem Mauseloch liegt ein zerknülltes Stück Pergament.
>nimm das Pergament
Vorsichtig greift Ihr ins Mauseloch, den Biß einer Maus oder Ratte fürchtend,
und nach dem Pergament. Nichts Böses geschieht. Es ist Euer.
>inventar
Ihr besitzt ein zerknülltes Stück Pergament.
»Alles verzehrende Flamme... Nein! Völlig falsch!«, grummelt Nero, den
Tränen nahe.
>untersuche das zerknüllte Stück Pergament
Sorgfältig entfaltet und glättet Ihr das Pergament, und siehe!, es ist
beschrieben, mit einem Reim in krakeliger Schrift, der da lautet: "Rom brennt,
Rom brennt! Oh, lodernde Flamme! Oh, flackernder Schein! Alles verzehrendes
Feuer! Rom brennt, Rom brennt!"
>inventar
Ihr besitzt einen schlechten Reim.
>zeige Nero den Reim
»Ihr habt es gefunden? Mein Meisterwerk! Gebt es mir. Sofort!«
>zeige Nero den Reim
»So gebt es mir doch endlich!«
>gib Nero den Reim
»Endlich! Endlich wieder mein.«
»Jetzt fehlt mir nur noch meine Harfe; der verrückte Professor hat sie mir
abgenommen. Bringt Ihr sie mir zurück? Dafür gäbe ich Euch auch etwas, um die
Tür zu öffnen: einen Dietrich!«
>frage Nero nach dem Dietrich
»So ein Dietrich ist hervorragend dazu geeignet, verschlossene Türen und Truhen
zu öffnen. Wolltet Ihr sie aber verschließen, so brauchtet Ihr einen Heinrich.«
>Nero, gib mir den Dietrich
»Ich gebe Euch den Dietrich nur«, erklärt Nero nach kurzem Zögern, »wenn
Ihr mir versprecht, meine Harfe zurückzubringen. Gebt Ihr mir Euer Wort?«
>Nein
»Ich helfe Euch nur, wenn Ihr es versprecht!«
>Nero, gib mir den Dietrich
»Ich gebe Euch den Dietrich nur«, erklärt Nero wiederum, »wenn Ihr mir
versprecht, meine Harfe zurückzubringen. Gebt Ihr mir Euer Wort?«
>Ja
»So ist es recht«, spricht Nero, und händigt Euch den Dietrich aus.
>inventar
Ihr besitzt einen Dietrich.
>öffne die Tür mit dem Dietrich
Als Ihr Euch anschickt Dietrich ins Schloß zu stecken, beginnt dieser zu jammern: »Au,
meine Nase! Das ist doch viel zu eng!«
>untersuche Dietrich
Dietrich ist ein drei Äpfel großer Kobold, mit wettergegerbtem Gesicht, in dem
listige braune Augen funkeln. Auf seinem Rücken trägt er einen großen, prall
gefüllten Sack.
>Dietrich, entriegel die Tür
Behende erklimmt Dietrich die Tür aus altem Eichenholz, um nach wenigen
Sekunden zu vermelden, daß sie nun offen sei.
>Dietrich, verschließe die Tür
»Heiße ich Heinrich, oder was!?!«
