Interactive Fiction
Interactive Fiction, auch Abenteuer oder Adventure,1 heißen Spiele bei denen eine Welt in Worten beschrieben wird, auf die der Spieler mit Befehlen wie »Nimm die Ming Vase« oder »Wirf die unschätzbar wertvolle Ming Vase gegen die Wand« Einfluss nimmt.
Seine Aktionen bestimmen die Reaktionen seiner Umwelt — so zerspränge die Vase wohl in tausend Scherben — und so entwickelt sich eine Geschichte, ähnlich wie es in der Mitschrift der Suche nach Neros Harfe dargestellt wird.
Das Abenteuer ruft...
Zum Eintritt in diese faszinierende Welt braucht Ihr nur ein Abenteuer wie »Ein Bär geht aus« von Gunther Schmidl und das Abspielprogramm2 Frotz, das es für nahezu alle Betriebssysteme, auch für Smartphones, gibt.
Weitaus ausführlichere Informationen rund um die deutschsprachige Interactive Fiction, insbesondere auch zur Frage nach lohnenswerten Abenteuern, findet Ihr bei ifwizz.de.
...und eine Welt wird geschaffen
Graham Nelsons Inform ist ein Autorensystem zur Erstellung eines Abenteuers. Es besteht aus dem Compiler, für eine elegante, objektorientierte Programmiersprache, und der Inform Library, die den Parser — der die Eingabe des Spielers in eine für das Abenteuer verständliche Form übersetzt — und eine Menge von allen Abenteuern gemeinsamen Regeln bereitstellt. Informs Modell der Welt umfasst bereits Räume, Gegenstände und lebende Wesen und verschiedene Aktionen auf und mit ihnen, so dass ein Autor recht einfach seine Ideen umzusetzen vermag.
Seit Version 6/3 erlaubt diese Library auch die Anpassung an andere Sprachen als das Englische, und das war im Dezember 1996 die Geburt der German Inform Library, die deutschen Autoren die Übersetzung bekannter oder die Entwicklung neuer Abenteuer erlaubt. Sie bietet eine automatische Deklination, einen ausgereiften Umgang mit Umlauten und ein Erkennen der Eingaben anhand der Stammformen, was den Umgang mit dem Deutschen doch erheblich vereinfacht
Es sei an dieser Stelle die Warnung angebracht, dass die German Inform Library veraltet ist und seit Januar 2000 nicht weiter gepflegt wurde. Es gibt aber eine Weiterentwicklung, die die German Inform Library und Toni Arnolds Inform auf Deutsch zu einer offiziellen deutschen Version zusammenführt.
Einen Inform Compiler für Euer Betriebssystem findet Ihr im IF Archiv, das neben Graham Nelsons Inform Homepage eine der ergiebigsten Quellen zur Entwicklung eines Abenteuers mit Inform ist.
Fußnoten
- Die Bezeichnung Adventure, englisch für Abenteuer, leitet sich von dem von Don Woods im Jahre 1977 aus einer Vorlage von William Crowther entwickelten Spiel Colossal Cave Adventure, dem ersten seiner Art, ab.
- Manch anderer würde hier vielleicht den Begriff Player verwenden...
